Die erfolgreichsten Langstrecken-Piloten 1947 bis 2021

Piloten-Rangliste auf Basis aller Endurance-Rennen seit 1947

Mit den Endurance-Ergebnissen für 2021 wird die Minerva-Rangliste aller Endurance-Rennen der Nachkriegszeit (1947-2021) fortgeschrieben. Die Regularien der Statistik wurden bereits in einem älteren Beitrag erläutert: In die Wertung werden alle wichtigen internationalen Endurance-Rennen mit (nahezu) 1000 km Distanz bzw. 6 Stunden Dauer oder mehr aufgenommen, sofern sie für Sportwagen bzw. Prototypen zusammen mit GT-Fahrzeugen ausgeschrieben waren, unabhängig davon, ob sie WM-Status hatten oder nicht. Mindestdistanz für die volle Wertung sind 750 km, bei Distanzen über 500 bis 750 km werden die Rennen zur Hälfte gewertet (dazu zählen auch Rennen, die bei dieser Distanz abgebrochen wurden). Rennen mit 500 km und weniger wurden nicht gewertet, auch die unter 500 km vorzeitig abgebrochenen Rennen wurden nicht gezählt. Eine Datei zeigt alle gewerteten Rennen seit 1947 (volle oder halbe Wertung): Bis 2021 waren es 557,5 Rennen in 75 Jahren.

Es gibt eine einfache „Strichliste“ (1 Sieg = 1 Strich = 1 Punkt), bei der alle Fahrer und alle Rennen gleich gewertet werden. Als Zweites gibt es eine modifizierte „Punkteliste“, die die unterschiedliche Zahl von Endurance-Rennen pro Saison ausgleicht und so bei einem historischen Vergleich gerechter ist. Dabei geht man fiktiv davon aus, dass pro Saison immer 10 Rennen ausgetragen wurden – entsprechend zählt ein Sieg in einer Saison mit nur 5 Rennen doppelt so viel wie ein Sieg in einem Jahr mit 10 Rennen, usw. Die endgültige Liste schließlich übernimmt diese Punktzahlen, zusätzlich wird hier aber für jeden Sieg in Le Mans bzw. bei der Mille Miglia (bis 1957) ein Sonderpunkt vergeben.

In der „Strichliste“ bleibt Jacky Ickx mit 35 Endurance-Siegen unangefochten an erster Stelle. Die nächste Gruppe mit Derek Bell, Henri Pescarolo, Jochen Mass, Tom Kristensen, Alan McNish und Brian Redman hat 19 bis 22 Siege und folgt schon mit großem Abstand. Von den aktuell in der LMP-Klasse aktiven Piloten haben Buemi (17,5), Hartley (16) und Nakajima (14,5) die meisten Siege zu verzeichnen, vor allem die Toyota-Piloten Buemi, Hartley und Kobayashi können zukünftig noch kräftig nachlegen.

In der „Punkteliste“ (mit Mille Miglia- und Le Mans-Sonderpunkten) sieht die Sache anders aus. Hier liegen Kristensen und Ickx fast auf Augenhöhe (43 bzw. 40 Punkte), Monsieur und Mister Le Mans bleiben dabei deutlich vor ihren Verfolgern, die von Derek Bell angeführt werden (knapp 30 Punkte). Knapp dahinter folgen die langjährigen Audi-Piloten Capello und McNish, die beiden Le Mans-Ferrari-Stars Gendebien und Phil Hill und Urgestein Pescarolo. Weitere Endurance-Giganten wie Mass, Pirro, Wollek oder Moss folgen dahinter. Der in dieser Liste erfolgreichste aktive LMP-Pilot Buemi hat mittlerweile Rang 14 erreicht.

Strich- und Punkteliste

Unter den ersten sieben Piloten finden sich drei „Le Mans-Traumpaarungen“: Kristensen-Capello-McNish (Sieger 2008), Ickx-Bell (Sieger 1975, 1981 und 1982) und Gendebien-Hill (Sieger 1958, 1961 und 1962). Das Hattrick-Team Kristensen-Biela-Pirro (Le Mans-Siege 2000, 2001 und 2002) ist auf die Plätze 1, 9 und 11 verteilt. Ein weiteres Dreamteam folgt auf den Plätzen 22, 23 und 27: Fässler-Treluyér-Lotterer (Sieger 2011, 2012 und 2014).

Tom Kristensen: Modelle im Bild

Renneinsätze vor der Audi-Zeit: TWR Joest Porsche, Le Mans Sieg 1997 (Trofeu), BMW V12 LM, Le Mans 1998 (Minichamps), BMW V12 LMR, Sebring-Sieger 1999 (Jadi)

Zwei Le Mans-Siege, die nicht für Audi erzielt wurden: TWR Joest Porsche (1997), Bentley Speed 8 (2003) (Minichamps)

Hattrick in Le Mans mit dem Audi R8, von links: 2000 (Onyx), 2001 (Minichamps), 2002 (Minichamps)

Zwei Le Mans -Siege mit privaten Audi R8: 2004 (Team Goh)(IXO) und 2005 (Champion)(IXO)

Die Jahre nach dem R8, von links: Le Mans-Sieg 2008 mit dem R10 TDI (IXO), letzter Le Mans-Sieg 2013 mit dem R18 Quattro (Spark), Sebring-Sieg 2009 mit dem R15 TDI (IXO)

Jacky Ickx: Modelle im Bild

Die ersten beiden Le Mans-Siege für die Gulf-Farben: 1975 mit dem Gulf Mirage und 1969 mit dem Ford GT40 (IXO)

Vier Le Mans-Siege mit Porsche: 1976, 1977 und 1981 mit dem 936 (Trofeu, Solido und Trofeu) und 1982 mit dem 956 (Record)

Derek Bell: Modelle im Bild

Fünf Le Mans-Siege: Gulf Mirage (1975), Porsche 936 (1981, Trofeu), Porsche 956 (1982, Record), Porsche 962C (1986, Quartzo), Porsche 962C (1987, Starter)

Daytona-Sieg 1987: Porsche 962 IMSA (Starter)

Olivier Gendebien: Modelle im Bild

Einsatz in GT-Fahrzeugen 1955-57: Mercedes-Benz 300SL, Mille Miglia 1955 (Schuco), Ferrari 250GT, Mille Miglia 1957 (Best)

Le Mans-Siege 1958 und 1960 mit dem Ferrari 250 Testa Rossa (Modelle von Starter)

Zwei weitere Le Mans-Siege: Ferrari 250 TRI, 1961 (Starter), Ferrari 330 LM, 1962 (BAM-Starter)

Phil Hill: Modelle im Bild

1953/54 – Ferrari-Einsätze in Amerika: 340 Mexico, Buenos Aires 1954 (Art Model), 250 MM, Santa Barbara 1953 (John Day)

Riverside 1958: Ferrari 412 MI (Record), die Le Mans-Siegerfahrzeuge wurden bereits oben bei Gendebien gezeigt (1958, 1961, 1962)

Karriereausklang bei Chaparral: 2D, Sieger am Nürburgring 1966; 2F, Targa Florio 1967 (Modelle von Marsh Models)

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