Alpine Renault A 220/69, Modell von Spark

Le Mans 1969, Nr. 28, de Cortanze, Vinatier (ausgefallen)

Alpine Renault A220/69 (Spark)

Alpine Renault A220/69 (Spark)

Anfang März 2013 kündigte Alpine Renault sein Comeback bei den 24 Stunden von Le Mans und in der Endurance-Szene an – zunächst noch ohne eigenständige Entwicklung, sondern durch Übernahme des Signatech-Oreca Nissan LMP2, der in traditionellem Alpine-Blau in Le Mans 2013 an den Start ging.

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Le Mans 2013: Signatech Alpine A450 (mit Nissan-Motor), 14. Platz (8. in der LMP2-Kategorie)

Natürlich wurden dabei gleich die Schubladen der Rennsport-Historie aufgezogen und insbesondere des legendären Le Mans-Siegs des Alpine Renault A442B im Jahr 1978 gedacht (siehe Bericht „Le Mans 1978 – Das Duell Renault gegen Porsche“), erzielt im dritten Jahr der deutsch-französischen Konfrontation. Danach folgte der Einstieg Renaults in die Formel 1, erstmals mit der im Sportwagen entwickelten Turbo-Technologie. Die Franzosen waren damit in den 1970er Jahren der zweite Hersteller nach Porsche, der diese Technik auf Rennkursen europäischer Art einsetzte.

Über die Turbo-Zeit vergisst man allerdings, dass Alpine Renault-Sportwagen schon in den Jahren 1964 bis 1969 in Le Mans regelmäßig und in großer Besetzung am Start waren, angefangen mit aerodynamisch ausgefeilten „Langheck“-Coupés und kleinen Motoren, die Amédée Gordini für Alpine auf der Basis von Renault-Aggregaten entwickelte: 1000 ccm Hubraum im M63, 1150 ccm im M64 und 1,3 Liter im M65 in den Jahren 1964 und 1965, danach 1,3 Liter bzw. 1,5 Liter im A210 in den Jahren 1966 bis 1969. Damit war man Seriensieger in den kleinen Hubraumklassen in Le Mans.

1968 folgte der nächste Schritt: Die Sport-Prototypen wurden von der Sportbehörde auf drei Liter Hubraum begrenzt, und Alpine Renault füllte das Hubraumlimit nun mit dem neuen Typ A220 erstmals aus, kam damit in Le Mans immerhin auf Platz 8. Allerdings blieb die Leistung des Alpine-V8 mit gerade einmal 300 PS schon 1968 und noch mehr im Folgejahr deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Matra und Ferrari waren mit ihren V12-Motoren aus der Formel 1 1969 bereits bei über 400 PS angelangt. So blieben weitere gute Platzierungen im letzten Jahr des 1960er Alpine-Rennprogramms aus. Trotz dieser ernüchternden Erfolgsbilanz bleiben die Alpine Renault wegen ihrer Le Mans-typischen Aerodynamik und der prominenten Namen einiger Piloten in Erinnerung, die später ihren Weg in der Formel 1, in der Sportwagenszene oder als Konstrukteur oder Teamchef machten: Bob Wollek, Patrick Depailler, Jean-Pierre Jabouille, Gérard Larrousse oder André de Cortanze sammelten ihre ersten Endurance-Erfahrungen in Alpine-Prototypen.

Tabelle Alpine Renault in Le Mans 1964-1969, 1:43-Modelle

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von links: A 220/69 Le Mans 1969 (Spark) / A 220 Le Mans 1968 (Solido) / A 210 Le Mans 1968 (AMR)

Das Spark-Modell des A220/69 folgt dem Vorjahresmodell, das ebenfalls von Spark angeboten wird, und die Unterschiede zwischen den beiden Modellen 1968 und 1969 sind sehr gut erkennbar. Wieder einmal wird der sehr hohe Modellstandard der Spark-Modelle bestätigt: Lackierung, Felgen, Scheiben, Scheibenränder, Decals, Scheinwerfer, Innenraum – alles tadellos. Bei der Nr. 28 ist nur einer der Frontscheinwerfer mit gelber Schutzfolie abgedeckt  – das ist korrekt. Es gibt entsprechende Fotos und im Film „La Ronde Infernal“ über Le Mans 1969 eine Sequenz aus der Anfangsphase des Rennens (vor dem ersten Boxenstopp), wo dies genau zu erkennen ist – also kein Fehler von Spark! Auch die Form des Scheibenwischers (kein Pantograph-Wischer wie noch 1968) ist korrekt. Die Reifen hatten wohl tatsächlich keine Aufkleber der Reifenfirma, jedenfalls ist auf den Fotos von 1969 nichts erkennbar. Also: Ein weiteres tolles Modell von Spark, das das aerodynamische Le Mans-Coupé sehr schön wiedergibt. Es müssen nicht immer die Siegerfahrzeuge sein…Alpine A220 1Quellen: Siehe Rubrik “Über diese Seite” → “Anmerkungen zu Minerva Endurance”

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